Gemeinsam Nachhaltigkeit neu denken: Erkenntnisse aus Living Labs Italien

MindtheCAP > Gemeinsam Nachhaltigkeit neu denken: Erkenntnisse aus Living Labs Italien

Im Rahmen des Projekts „Make the Change“ (MtC) bot die Reihe „Living Labs Italy“ einen dynamischen, informellen Lernraum, in dem junge Menschen, Aktivisten und lokale Gemeinschaften zusammenkamen, um Fragen zu stellen, Ideen zu entwickeln und eine nachhaltige Zukunft zu gestalten. Ausgehend von den Prinzipien der gemeinsamen Gestaltung und des Experimentierens befasste sich jedes Labor mit verschiedenen Aspekten der Klimakrise und stellte dabei stets eine Verbindung zwischen globalen Herausforderungen und lokalen Praktiken und Möglichkeiten her.

In fünf spannenden Sitzungen untersuchten die Teilnehmer die Klimakrise aus verschiedenen Blickwinkeln, von nachhaltigen Lebensmittelsystemen bis zur digitalen Transformation, von Basisaktivismus bis zu den Wendepunkten unseres Planeten. Jedes Labor wurde zu einem Ort des Lernens, Diskutierens, Vorstellens und Handelns.

Diese Labore waren nicht nur Veranstaltungen, sondern Orte der Verbindung, der Selbstermächtigung und der Fantasie. Sie zeigten, dass Verhaltensänderungen mit einem Gespräch beginnen, durch Zusammenarbeit wachsen und zu einer dauerhaften Transformation führen können.

Living Lab-Sitzungen

Living Lab 1 – Lebensmittel & Nachhaltigkeit

Wir haben die Reihe mit einer der greifbarsten Dimensionen der Nachhaltigkeit begonnen: Ernährung. In interaktiven Diskussionen und Gruppenaktivitäten haben wir analysiert, wie sich alltägliche Entscheidungen auf die Umwelt, die Wirtschaft und die soziale Gerechtigkeit auswirken. Die Teilnehmer haben sich mit nachhaltiger Ernährung, Ernährungssystemen und den kulturellen Auswirkungen des Konsums auseinandergesetzt und damit die Grundlage für komplexere Diskussionen geschaffen.

Living Lab 2 – Interessenvertretung und lokale Gegebenheiten

In dieser Sitzung haben wir den Fokus auf Advocacy und Verhaltensänderungen gelegt. Die Teilnehmer haben gemeinsam nachhaltige Gewohnheiten untersucht und lokale Akteure identifiziert, die sich für Klimagerechtigkeit einsetzen. Wir haben die Kraft von Advocacy erkundet – von Basisinitiativen bis hin zu digitalem Aktivismus – und Themen identifiziert, die wir weiter untersuchen wollen: pflanzliche Ernährung, KI und digitaler Wandel sowie neue Methoden des bürgerschaftlichen Engagements.

Living Lab 3 – Mit Klimaextremen konfrontiert

Dieses Labor, das sowohl persönlich als auch online stattfand, befasste sich intensiv mit der Wissenschaft und den praktischen Erfahrungen des Klimawandels. Gemeinsam untersuchten wir extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen, Dürren, Waldbrände und den Zusammenbruch der Artenvielfalt und diskutierten „Kipppunkte“ im System Erde. Anschließend wandte sich das Gespräch globalen und lokalen Reaktionen zu: Was wird getan, was fehlt und welche Rolle können wir spielen?

Living Lab 4 – Aktivismus & ziviler Widerstand

In einer eindrucksvollen Veranstaltung, die von lokalen Aktivisten der Extinction Rebellion organisiert wurde, schufen wir einen gemeinsamen Raum für Dialog, Fantasie und Widerstand. Wir diskutierten über die emotionale und politische Bedeutung der Klimakrise, das Fehlen institutioneller Reaktionen und darüber, wie man nicht passiv bleiben kann. Durch diesen Austausch entdeckten die Teilnehmer die Prinzipien und Praktiken des gewaltfreien zivilen Ungehorsams als Instrument für Klimaschutzmaßnahmen.

Living Lab 5 – Entwerfen für den Wandel

In unserem letzten Workshop ging es darum, Überlegungen in die Tat umzusetzen. Die Teilnehmer entwickelten in kleinen Gruppen Ideen für nachhaltige Sozialunternehmen. Auf der Grundlage aller Erkenntnisse aus den vorangegangenen Workshops entwarfen sie innovative, gemeinschaftsorientierte Lösungen, die darauf abzielen, klimatische Herausforderungen anzugehen und gleichzeitig sozialen und ökologischen Mehrwert zu schaffen.